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Studiengänge

Die Theaterwissenschaft am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität bietet in Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie (HTA) zwei Dramaturgiestudiengänge an:

M.A. Dramaturgie

Der 2002 gegründete M.A. Dramaturgie bietet ein universitäres Vollstudium in Frankfurt an, das Theorie und Praxis verbindet.

M.A. Dramaturgie
Studieninhalte
Netzwerk/HTA
Bewerbungsverfahren

M.A. CDPR

Der 2017 gegründete internationale Partnerstudiengang Comparative Dramaturgy and Performance Research bietet ein Studium in Frankfurt sowie an einer der augenblicklich vier internationalen Partner-Hochschulen an und führt zu einem Doppel-Abschluss.

M.A. CDPR
Studieninhalte
Netzwerk
Bewerbungsverfahren

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Dramaturgie als politische Praxis

„Dramaturgie“ begreifen wir als eine politische Praxis. Sie kann den kreativen Prozess – die Kunst im Entstehen – dort wieder öffnen, wo dieser sich den Ansprüchen der von ihm konstitutiv ausgeschlossenen Anderen zu verweigern droht. Sie erinnert daran, dass der Konflikt für jedes Theater zentral ist, und widersetzt sich seiner ‚erpressten Versöhnung‘ (Adorno). Sie kann im Theater immer wieder von neuem die Frage zur Verhandlung stellen, wer auf einer Bühne stehen darf und wer nicht. Der Fluchtpunkt jeder politischen Dramaturgie ist jenes unmögliche Theater, das die Gegenwart als Reich des Möglichen negiert: Im Interesse eines anderen Theaters oder vielleicht auch von etwas ganz anderem als dem, was wir heute noch Theater nennen.

Aktuelle Veranstaltungen

REGIE HEUTE – POSITIONEN DES ZEITGENÖSSISCHEN THEATERS

Ringvorlesung der HTA im Sommersemester 2021

Vielfältige Veränderungen und Strukturdebatten prägen gegenwärtig den Diskurs über das Theater. Da ist es nur folgerichtig, auch die Aufgabe der Regie im Hinblick auf Produktionsprozesse und Ästhetiken zu untersuchen.

Wir laden im kommenden Sommersemester zehn Regieführende ein, die ihre künstlerische Position darstellen und mit uns in ein Gespräch über ihre eigene Arbeit treten. Bei den vielfältigen Künstler:innen tauchen zugleich unterschiedliche Aspekte dieses Berufes auf: Wie lässt sich im Kollektiv Regie führen? Wie kann man, teilweise über Jahrzehnte hinweg und in verschiedenen institutionellen Kontexten und Teams, konsequent an einer eigenen Ästhetik arbeiten? Wie sieht der Gang durch das Stadttheater aus? Wie gelingt der Berufseinstieg? Wie lässt sich Regie umsetzen, ohne hierarchische Strukturen zu reproduzieren? Wie kann man Regie praktizieren und zugleich ein Haus leiten?

Diese und viele andere Fragen können die Studierenden der HTA mit unseren Gästen diskutieren: Intendant:innen der HTA, eine Alumna der HfMDK, erfolgreiche Regisseurinnen, junge Regieführende, eine Regisseurin aus dem Kinder- und Jugendtheater, internationale Regisseure u. v. a.

Die Sitzungen finden online via Zoom statt.

TERMINE

SitzungGäst:inModeration
15.04.2021Anta Helena ReckeBegrüßung: Prof. Marion Tiedtke Moderation: Prof. Dr. Müller-Schöll
22.04.2021Leonie BöhmProf. Marion Tiedtke
29.04.2021Brit BartkowiakCarola Unser
06.05.2021Rabih MrouéProf. Dr. Nikolaus Müller-Schöll
20.05.2021Nele Jahnke, Manuel GerstFriederike Thielmann, Dr. Philipp Schulte
27.05.2021Hannah BiedermannEva Lange
10.06.2021Susanne KennedyProf. Dr. Nikolaus Müller-Schöll
17.06.2021Laura LinnenbaumProf. Marion Tiedtke
24.06.2021Florian LutzProf. Marion Tiedtke
01.07.2021Henrike Iglesias
(Laura Naumann, Eva G. Alonso)
Prof. Martin Nachbar
08.07.2021Eva Lange & Carola UnserDr. Philipp Schulte
15.07.2021   The Wooster GroupProf. Dr. Nikolaus Müller-Schöll

Weitere Informationen zu den Referent:innen finden Sie unter: https://hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

VORLESUNG UND BEGLEITSEMINAR

Parallel zu den Ringvorlesungssitzungen werden in einem Aufführungsanalyseseminar bei Friederike Thielmann die jeweiligen Sitzungen in Diskussionen auf Basis von Videolektüren vorbereitet. Beide Veranstaltungen finden ausschließlich digital statt und in der Regel in deutscher Sprache. Die Teilnahme an der Ringvorlesung bzw. am Aufführungsanalyseseminar ist auch unabhängig von der jeweils anderen Veranstaltung möglich.

Ringvorlesung: donnerstags 18:30 bis 20:00 Uhr, online
begleitendes Seminar: freitags 10:00 – 13:00 Uhr, online

ANMELDUNG

Bitte melden Sie sich für die Veranstaltungen oder für ausgewählte Sitzungen über Antigone Akgün, studentische Hilfskraft der Hessischen Theaterakademie, an: akguen@hessische-theaterakademie.de

Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, für welche Veranstaltungsreihe (Vorlesung oder/und Seminar) bzw. ggf. für welche konkrete Sitzung Sie sich anmelden möchten.

Sie erhalten daraufhin die benötigten Zugangsdaten zu den jeweiligen Veranstaltungen bzw. Sitzungen.

Wenn Sie sich statt für die komplette Vorlesungsreihe nur für einzelne Sitzungen anmelden möchten, so ist das bis zum Vortag (Mittwoch) der jeweiligen Sitzung per Mail möglich.

KONZEPTION UND MODERATION

Verantwortlich: Prof. Marion Tiedtke, HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel

Moderation: Eva Lange und Carola Unser (Intendantinnen Hessisches Landestheater Marburg); Prof. Martin Nachbar (HfMDK szenische Körperarbeit); Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Goethe-Universität, Studiengang MA Dramaturgie/CDPR); Dr. Philipp Schulte (Geschäftsführung Hessische Theaterakademie); Friederike Thielmann (HfMDK Dozentin Regie); Prof. Marion Tiedtke (HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel)

„Bühnenbesetzungen“. Die Affäre(n) um Rainer Werner Fassbinders Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ (23-25.04.2021)

Masterclass der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Jüdischen Museum, dem Fritz-Bauer-Institut, dem Schauspiel Frankfurt und dem Filmmuseum

Anmeldung unter: https://www.eventbrite.de/e/masterclass-buhnenbesetzungen-tickets-149879432417

Belegbar als Selbststudium (B.A. und M.A.), oder zusammen mit dem Seminar „Forschungsfragen der Theaterwissenschaft“ als Seminar (M.A.)

Gegenstand der Masterclass ist die Besetzung der Großen Bühne des Schauspiels Frankfurt durch Frankfurter Jüdinnen und Juden im Oktober 1985, die damit die Premiere des Fassbinder-Stückes “Der Müll, die Stadt und der Tod” verhinderten. Dies stellte eine Form der Selbstermächtigung dar, mit der sich die jüdische Gemeinschaft in der Bundesrepublik erstmals öffentlich Gehör verschaffte. Vierzig Jahre nach Kriegsende drang damit eine Erfahrung in den gesellschaftlichen Diskurs vor, die später als „Opferperspektive“ bezeichnet wurde. Zugleich stellte dieser Moment den größten Theaterskandal der westdeutschen Nachkriegsgeschichte dar. Im Zusammenhang der Masterclass soll Gelegenheit gegeben werden, diesen einschneidenden Moment der jüdischen Nachkriegsgeschichte Frankfurts wie der westdeutschen Theatergeschichte zu reflektieren und dabei einerseits die Möglichkeiten und Grenzen der spezifischen Öffentlichkeit des Theaters zu reflektieren, andererseits sich mit performativen Strategien des Empowerments von Minderheiten im Kontext einer zeitgenössischen ästhetischen Repräsentationspolitik auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung ist zugleich Abschluss des gleichnamigen Seminares im Wintersemester wie auch ein selbständiges Angebot für Masterstudierende und Promovierende des Instituts für TFM sowie der Partnerstudiengänge in der Hessischen Theaterakademie.

Die instituts- und HTA-öffentliche Masterclass am 23./24. April, bei der Studierenden und Promovierenden die Gelegenheit zur Präsentation und Diskussion eigener Forschungsergebnisse und –fragen gegeben wird, wird am 24. abends und am 25. April ergänzt durch ein öffentliches Symposium, das im Schauspiel Frankfurt, im Jüdischen Museum und im Filmmuseum stattfinden wird. Es steht im Kontext der Wiedereröffnung des Jüdischen Museums und eines Themenschwerpunkts „Antisemitismus“ des Schauspiels. Dabei werden Zeitzeug*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen eine Neubewertung dieses historischen Aktes zivilen Ungehorsams aus heutiger Perspektive vornehmen und zugleich in mehreren Diskussionsrunden, einer Lesung und Filmbeiträgen die von Fassbinders Stück aufgeworfenen Fragen ästhetischer und politischer Art diskutieren.

Im Zentrum könnten dabei stehen:

  • Relektüre(n) von Fassbinders Müll-Stück: Wie stellt sich das Stück aus der Distanz dar? Wie beantworten wir die bei seiner ersten Veröffentlichung in den 70er-Jahren und beim Skandal Mitte der 80er-Jahre aufgeworfenen Fragen heute?
  • Alter und neuer Antisemitismus: In welchen Zusammenhängen des alten und neuen Antisemitismus stehen die im Stück aufgeworfenen Fragen, die Formen der Repräsentation wie die Diskussion um das Stück aus heutiger Sicht.
  • Othering: Der Fassbinder-Skandal im Kontext der Repräsentations-Problematik, wie sie von Spivak (Can the Subaltern speak?) und anderen thematisiert wurde und die Frage, wer wen darstellen darf und wie?
  • Empowerment: Die Bühnenbesetzung als Form des „Coming outs“ und der „Emanzipation“ im Kontext anderer, vergleichbarer Aktionen und Selbst-Ermächtigungen.
  • Identitätspolitik, Diversität und Differenz: Theater als Ort der Verhandlung von Mechanismen des Ausschlusses, als Safe Space und Stätte der Öffnung für Ansprüche, die im Diskurs und in den Medien des Mainstreams keine Rolle spielen.
  • Häuserkampf und die Wohnungsfrage als soziale Frage des 21. Jahrhunderts auf der Bühne: Wie können soziale Auseinandersetzungen, die auf Ungleichheit und Ungerechtigkeit – als Formen struktureller Gewalt – in künstlerische Arbeiten auf der Bühne und/oder die Auseinandersetzung mit ihnen eingehen.

Die Veranstaltung ist hybrid oder digital geplant. Sie setzt sich aus dem universitätsöffentlichen Teil (24. April) sowie einem öffentlichen Auftakt am 23. (Goethe-Universität) und einem Symposium am 25. April (Schauspiel Frankfurt) zusammen.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll. Konzeption in Zusammenarbeit mit Lina Schonebeck und Paul Koloseus

Wi(e)dersprechen – Ein Audiowalk. (24/25.04.2021)


Im Rahmen des szenischen Seminars »Bühnenbesetzungen. Die Affäre(n) um Rainer Werner Fassbinders (RWF) Stück ‚Der Müll, die Stadt und der Tod’« an der Goethe-Universität Frankfurt entstand unter dem Mentoring des Künstlers Tucké Royale ein Audiowalk, der entlang der Stationen des Kammerspiels des Schauspiel Frankfurt, der Paulskirche, dem Börneplatz, der ehemaligen Synagoge an der Friedberger Anlage und dem 1. Polizeirevier führt. Der Audiowalk thematisiert die Bühnenbesetzung 1985 durch Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, den Streit um den Börneplatz und dessen Besetzung 1987 ebenso wie die Geschichte der ehemaligen Synagoge an der Friedberger Anlage und der heutigen Nutzung des Ortes durch die Initiative 9. November, er nimmt den Streit um den von Martin Walser geforderten Schlussstrich unter die Shoah auf und diskutiert bis in die Gegenwart führend den NSU 2.0.

Beteiligte: 

Charlotte Birkner-Behlen
Laura-Marie Preßmar
Lina Schonebeck
Marie Schwesinger
Sophie Stelker
Ching-Wen Peng
Rui Wu

24./25.04.2021, Start am Schauspiel Frankfurt 

Über die App Guidemate können Sie den Audiowalk mit Ihrem eigenen Smartphone und kompatiblen Kopfhörern kontaktlos erleben.

Link zur Veranstaltungsseite:

https://wiedersprechen.wordpress.com/

Jour Fixe

Der „Jour fixe“ lädt die Studierenden der Hessischen Theaterakademie ein, auf der Probebühne des Instituts für TFM mit Gästen aus Theater und Kulturpolitik in informellem Rahmen über ihre Arbeit zu diskutieren. In den vergangenen Jahren mit: Amelie Deuflhard, Martine Dennewald, Tim Etchells, Sigrid Gareis, Heiner Goebbels, Kirsten Haß, Carl Hegemann, Stefan Hilterhaus, Susanne Kennedy, Burkhard Kosminski, Elisa Liepsch und Julian Warner, Matthias Lilienthal, Jan Linders, Stefanie Lorey, Florian Malzacher, Bettina Masuch, Barbara Mundel, Produktionsbüro „Ehrliche Arbeit“, Milo Rau, She She Pop, Carena Schlewitt und André Schallenberg Julia Stoschek, Tom Stromberg, Hasko Weber und vielen anderen. In unregelmäßigen Abständen mittwochs um 19 Uhr (c.t). Le Studio. Probebühne der Theaterwissenschaft, Jügelhaus, Gebäudeteil D, Raum 108, 1. Stock, Campus Bockenheim.

Szenische Projekte

Die Frankfurter Theaterwissenschaft legt großen Wert auf die Integration künstlerisch-praktischer Erfahrungen in das Studium – unabhängig davon, ob die Studierenden später einen Beruf auf oder hinter der Bühne anstreben. Regelmäßig arbeiten professionelle Künstler*innen mit den Studierenden im Rahmen von szenischen Projekten, Theorie-Praxis-Projekten Workshops und Blockseminaren auf der Probebühne des Instituts. In den vergangenen Jahren mit: Robin Arthur, Sebastian Blasius, Laurent Chétouane, Prof. Dr. Katrin Deufert und Thomas Plischke, Tim Etschells, Manuela Infante, Jason Jacobs, Rupert Jaud, John Jesurun, Katharina Kellermann, Chris Kondek Prof. Stefanie Lorey, Lina Majdalanie, Uwe Mengel, Gerardo Naumann, Boris Nikitin, Prof. Mike Pearson, Katharina Pelosi, redpark, Felix Rothenhäusler, Johannes Schmit, Jan-Philipp Stange, Katharina Stephan, Tore Vagn Lid, Camila Vetters, Rosa Wernecke, Ivna Zić.

Forschungs-Kolloquium und Masterclass

Die Theaterwissenschaft legt großen Wert auf die Verknüpfung von Lehre und Forschung. Wir sind der forschenden Lehre verpflichtet. Deshalb findet in jedem Semester ein Forschungskolloquium für Masterstudierende statt, in dem aktuelle Forschungsfragen sowie Abschlussprojekte der Studierenden diskutiert werden. Darüber hinaus halten wir regelmäßig Master Classes ab. Sie erlauben es den Studierenden, eigene wissenschaftliche Vorträge im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung mit internationalen Gästen aus Wissenschaft und Theater zu präsentieren und zu diskutieren. Zuletzt fanden Veranstaltungen zu den folgenden Themen statt: „Sound Knowledge: Exploring the Dramaturgies, Philosophies, and Politics of Listening“ (Winter 19/20), „Implosion des Stadttheaters? Geschichte, Analyse, Perspektiven“ (Winter 18/19), „Theatre and Identity Politics“ (Winter 17/18), „Theatre of the A-Human“ (Winter 15/16), Kafka and Theatre“ (Winter 13/14). Beiträge und Ergebnisse sind dokumentiert auf:

https://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/theater/

http://www.theater-wissenschaft.de/category/thewis/ausgabe-2017-kafka-und-theater/

Coaching

Die Studierenden werden im Rahmen ihres Studiums der Dramaturgie / CDPR oft von Coaches aus der dramaturgischen Praxis bei ihren künstlerisch-praktischen Projekten begleitet. Hierfür arbeiten wir mit Praktikern aus den hessischen Stadt- und Staatstheatern sowie aus der freien Szene zusammen. In den vergangenen Semestern arbeiteten mit den Studierenden u.a.: Björn Auftrag, Laurent Chétouane, Marcus Dross, Martin Hammer und Maria Magdalena Ludewig (T), Katja Leclerc, Kris Merken, Malin Nagel und Jonas Zipf.


Friedrich Hölderlin Gastvorträge in Allgemeiner und Vergleichender Theater­wissenschaft

Im Rahmen dieser Vortragsreihe wird die Theaterwissenschaft in einem größeren Kontext jener philosophischen, politischen und sprachphilosophischen Fragen situiert werden, die immer mit im Spiel sind, wenn man über Theater nachdenkt, die aber häufig ausgeblendet werden. Neben den Fragen, die das Theater im engeren Sinne betreffen, geht es in den Beiträgen der eingeladenen Gäste auch um solche Fragen, die Theatertheorie und Theorie, auf die Theater sich bezieht, betreffen. Es geht also um Theater in allen vier Bedeutungen, die diesem Wort entsprechend des Leipziger Theatralitätsdiskurses zukommen: Um Theater, Anti-Theater, Theater im weiteren Sinne und Nicht-Theater. „Theater” wird dabei im sehr erweiterten Sinne begriffen, den neuere Arbeiten auf dem Gebiet der Theaterwissenschaft nahelegen: Es soll ein Begriff von Theaterwissenschaft etabliert werden, der diese aus dem Kontext ihrer nationalphilologischen Begründung im Deutschland der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts ebenso herauslöst wie aus jener Begrenzung auf die „Aufführung”, welche ihr eigentlicher Begründer im deutschsprachigen Raum, Max Hermann, um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert vorgeschlagen hatte. Denn Theater ist nicht nur das flüchtige Produkt eines Abends, sondern auch Prozess, Interaktion, Handlung und vor allem kritische Praxis.
Mit der Wahl Hölderlins als Namenspatron der Reihe soll dabei daran erinnert werden, dass der zeitweilig in Frankfurt lebende Hölderlin nicht nur ein großer Dichter, sondern auch ein großer Theatertheoretiker und dramaturgischer Denker war, der mit seinen Sophokles-Übersetzungen, Stückfragmenten und Anmerkungen zum „Ödipus” und vor allem zur „Antigone” das Denken des modernen Theaters eröffnet hat, insofern er in diesem Zusammenhang über die unhintergehbare Voraussetzung der „Mittelbarkeit” nachgedacht hat.
Aufzeichnungen der vergangenen Vorträge: https://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/theater/blog/category/veranstaltungen-des-instituts/hoelderlin-vortrag/

Digitales Archiv

Das Projekt „Digitale Theaterforschung“ ist ein Pionierprojekt des Instituts auf dem Gebiet der digitalen Dokumentation, der digitalen Vermittlung und des Experiments von und mit Theater. 

Unter „Digitale Theaterforschung“ finden Sie Dokumentationen von Tagungen, Vorträgen, Symposien und anderen Veranstaltungen. Unter „Digitale Bühne“ finden Sie Videoexperimente, Tutorials und Dokumentationen studentischer Projekte. Im „Labor Video⇄Bühne“ fanden und finden immer wieder diverse Workshops mit Spezialisten aus der Schnittstelle von Video und Theater statt.